Keyboardforum by Musiker Lanze

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  1. #1
    Administrator Avatar von Handsome
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    Standard Musik mit iOS und dem iPad

    N'Abend, Gemeinde - Grüße aus Hemer :)
    Ich treibe seit Kurzem mein Unwesen auch bei Keyboardtreff Forum.
    Dort ist der Fokus noch stärker auf Entertainermucke als hier.
    Um was beitragen zu können, hab ich das Thema Musik mit iOS und iPad
    vorgeschlagen - und werde dazu eine Erfahrungsberichtsreihe dort hochziehen.
    Da ich keine Zeit für zwei verschiedene solcher Reihen habe (und auch meine derzeit
    ruhenden Threads wieder aktivieren will), hab ich die freundliche Erlaubnis von Lanze
    bekommen, die Beitrage hier quasi reinzukopieren.
    Ihr seid natürlich genauso eingeladen, mir (wie unten angefragt) feedback zu geben bzw.
    Wünsche einzubringen, wozu ich was sagen soll - und dann wird das eine Kooperation vom
    Keyboardforum und dem Keyboardtreff - ab hier geht es dann mit dem Text weiter, den ich schon
    dort hinterlegt habe.
    ----------------------------------------------------
    Vor einigen Jahren habe ich dann von meiner Frau ein iPad 4 geschenkt bekommen
    und bin seitdem großer Fan desselben zum Zwecke des Musikmachens.

    Ich besitze auch eine recht umfangreiche Sammlung an Musik-Apps und nutze
    fast alle ziemlich regelmäßig. Das iPad nutzt das mobile Betriebssystem iOS
    und gehört zusammen mit dem iPhone und dem iPod zur Mobilgerätesparte von Apple.
    Diese Geräte sind zu einem großen Teil aus fast identischen Bauteilen aufgebaut
    (vom Display mal abgesehen), sodass Geräte aus derselben Veröffentlichungszeit
    auch prinzipiell mit dieselben Apps genutzt werden können. Der iPOD ist allerdings
    inzwischen etwas aus dem Fokus von Apple gerückt und wurde schon lange nicht mehr
    aktualisiert - deswegen gehen damit auch eher die älteren Musik-Apps.
    Aktuelle iPhones und iPads leisten da aber meist sehr Vergleichbares (wenn man/frau
    noch gut sehen kann - mir persönlich ist ein iPhone Display zu klein und fuddelig).

    Meine iPad-basierenden Beschreibungen bzw. Erklärungen passen deshalb durchaus auch
    für vergleichbar leistungsstarke iPhones - die sind ja "etwas" mehr verbreitet.

    Alle meine Berichte bzw. Beschreibungen basieren auf eigenen Erfahrungen mit den Apps,
    d.h. ich habe diese Apps gekauft. Wenn jemand ggf. noch INteresse an einer App hat,
    die ich noch nicht besitze, bitte melden - ggf. lege ich sie mir zu und berichte -
    ODER - jemand hier hat diese App selbst und berichtet dazu was aus seiner/ihrer Erfahrung.

    UNd hier muss ich doch eine Einschränkung machen: ich besitze ein iPad4, ein iPad Air2
    und in Kürze ein iPad Pro - insofern sind meine Erfahrungen auf diese 3 iPad Typen begrenzt.
    Allerdings ist schon das iPad4 aus Sicht von Apple so alt, dass es dafür keinen richtigen
    Support mehr gibt. Wer also tiefer in das Musik machen mit dem iPad einsteigen möchte, dem empfehle
    ich auf jeden Fall mindestens ein iPad Air oder besser. - und mindestens 32GB für das Nutzen
    von Samples oder anderer Klangvorlagen.

    Nun ein Wort zu iOS bzw. zu der Apple-Software-Welt:
    Apple verkauft nur Komplett-Systeme bzw. erlaubt nur ganz wenig Auswahl bei der Verwendung
    von externen Komponenten. Das ist erstmal nicht so dolle, weil Apple sich damit einen
    Martkvorteil verschafft und ziemlich hohe Preise nehmen kann.
    Es gibt aber auch sehr große Vorteile für uns Kunden dabei: die Apple-Produkte sind stark
    standardisiert. Die Betriebssoftware und die Applikationen sind sehr genau passend auf die
    standardisierte Hardware angepasst und nutzen jedes Fitzelchen an verfügbarer Maschinenleistung.

    Jeder Windows-PC kann heute anders zusammengesetzt werden, was dazu führt, dass gerade Spezial-
    Applikationen wie z.B. Cubase nicht immer reibungsfrei und performant arbeiten können.

    Apple nötigt den Nutzer z.B. von iPad mit iOS zur Benutzung einer sehr speziellen Infrastruktur,
    die allerdings auch auf einem WindowsPC stabil läuft: das Programm iTunes. Alternativ geht alles
    drahtlos mit der AppleCloud bzw. Dropbox - also Datentransfer irgendwo mit/auf einem Apple-Server.
    Neue Apps kann man/frau nur bekommen, wenn eine Apple-ID registriert wurde und für den Applestore
    eine Möglichkeit zum Abbuchen bzw. Guthaben für die Kosten der Apps besteht. Einiges gibt es gratis,
    es gibt auch durchaus akzeptable Musikapps, die nix kosten. Aber die wirklich guten gehen so bei 5 € los
    und gehen so bis 50€ - diese Kosten können durch einen Zukauf von Funktionen(InApp Purchase) nochmal ganz
    gewaltig steigen, aber darüber hat der Anwender die volle Kontrolle.

    Im Vergleich zu Android ist eine iOS App recht teuer, aber die guten iOS MusikApps sind Android kilometerweit
    voraus. Im Vergleich mit PC Software sind die iOS Preise dann aber sehr moderat bei sehr hohem und oft
    vergleichbaren Leistungsumfang - dazu an entsprechender Stelle mehr.
    Die aktuelle iOS Version ist 10.3.2 (Betriebssystemsupdates sind bei Apple grundsätzlich kostenlos)

    Allerdings steht iOS 11 schon in den Startlöchern - deswegen werden so manche älteren Musik-Apps nicht mehr
    mithalten können, weil der jeweilige Entwickler entweder die Umstellung von 32Bit SW auf 64Bit SW verpennt hat
    oder gar kein Interesse mehr an einem Umstieg hat. Ich kann aber schon jetzt klar sagen, dass die wirklich guten
    Apps von den besseren Hersteller schon hochgezogen sind oder bis iOS 11 ERscheinen hochgezogen werden.

    Wie will ich jetzt hier weitermachen:
    a) erstmal erklären und Tipps geben, wie ich mit einem iPad Musik machen kann bzw. wie man/frau es an externen
    Steuergeräte, Aufnahmegeräte etc.pp. anschließen kann.
    b) Grundsätzliches erläutern zum Zusammenwirken bzw. Synchronisieren mehrerer Apps innerhalb des iPad
    c) Ein- und Anbinden von Sound-generating Apps (wie z.B. Synthesizern, aber auch Kirchenorgeln, Hammond B3 Emulationen,
    Pianos, Bläser, Streicher, abgedrehte KaossPAD Sachen, DJ Tools, Drum machines und vieles mehr
    d) ausgehend von den bekanntesten iOS basierenden DAWs zu Instrumenten und Tools und FX meine Erfahrungen pro App beschreiben

    So - und nun seid erstmal Ihr dran -

    * ist so eine INfo-Reihe für Euch überhaupt interessant ?
    * wenn ja, ist meine abgedachte Vorgehensweise die richtige ?
    * habt Ihr Wünsche oder gar Anforderungen, die ich in dieser Reihe berücksichtigen soll ?

    oder

    * ist das alles hier nicht so sinnvoll und interessant und ich soll's lieber lassen.

    Ich freu mich auf Eure Antworten

    Cheers and have nice time
    Handsome aka Traugott

  2. #2
    Administrator Avatar von Musiker Lanze
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    Standard

    Hallo Traugott

    Super Idee...freue mich schon auf Deine Berichte zu sinnvollen Apps für Musiker.


    Gesendet von iPad mit Tapatalk

  3. #3
    Administrator Avatar von Handsome
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    Standard Mucke mit dem iPad - die Zweite

    Wie so oft muss ich zum Thema "Musik mit dem iPad" ein paar Vorbemerkungen machen bzw. einige
    Begriffe definieren, die ich dann später öfter verwenden will.

    Vorbemerkungen:

    Apple etablierte und pflegt für seine Produkte ein ganz besonderes Ökosystem:
    die "Apple-Welt"
    Insofern ist Musik mit NUR dem iPad leicht machbar - und über einen guten Kopfhörer
    bzw. gute Monitore klingt die kleine Kiste schon richtig gut.
    Nutzt man/frau Hardware und Software aus der AppleWelt in der Applewelt, geht fast alles
    ziemlich problemlos.
    Versucht man/frau nun aber, diese Welt mit z.B. der Microsoft-Welt zusammen zu bringen,
    wird es schnell haarig. Auch mit Linux ist ein Zusammenspiel nicht ohne Weiteres möglich.

    Das beginnt wahrhaft schon bei den Geräteanschlüssen - Apple hat IMMER was Eigenes bzw.
    etwas, was außerhalb der Apple-Welt nicht (immer) so funktioniert, wie erwartet.

    Ich will hier mal nur auf die Spezialitäten des iPads bzw. iPhones eingehen. Auch für diese
    beiden Geräteklassen muss bei einem MAC einiges beachtet werden, was aber in keinem
    Verhältnis steht z.B. zur Einbindung eines iPad in ein Cubase-Setup...

    ABER: die gute Botschaft ist: ES GEHT, wenn man/frau weiß, wie !

    Wie schon vorher gesagt werde ich nur ab iPad4 hier berichten - vieles geht auch mit
    den davor erschienenen iPads - allerdings kenne ich dazu die Erweiterungen nicht gut genug,
    um sinnvoll zu berichten. Im Falle des Falles kann ich aber gerne versuchen, mich zu einer
    Eurer Fragen schlau zu machen und dann vielleicht doch helfen.



    Begrifflichkeiten:


    Lightning-Anschluß
    der mit iPad4 und iPhone5 eingeführte einzige (!) physikalische Datenanschluß für die
    Apple Mobilgeräte. Sonst findet sich nur noch eine Kopfhörer-Klinkenbuchse, die beim
    neusten iPhone auch nicht mehr da ist (beim iPad Pro ist der noch da).
    Über den Lightning-Anschluß werden die Geräte sowohl geladen als auch bei Bedarf per
    Kabel mit externen Geräten verbunden, um z.B. Daten auszutauschen.
    Alle dafür nötigen Kabel bzw. Adapter MÜSSEN Apple-zertifiziert sein, sonst gibt es
    Funktionsstörungen bis gar keine Funktion. Apple hat wahrhaft einen klitzekleinen
    Chip entwickelt, der in den kleinen Lightning Stecker eingebaut sein muss, damit das
    Kabel als zugelassen erkannt wird für alle Funktionen. Also VORSICHT mit billigen
    Fernost-Adaptern: die sind deswegen billig, weil sie nicht Apple-lizensiert sind
    und NICHT erkannt werden => Geld für die Tonne.

    Was wird für Musik mit dem iPad mindestens gebraucht:
    * das mitgelieferte Kabel "Lightning auf USB-Stecker"
    * das kaufbare Adapterkabel "Lightning auf USB-Buchse" (ca. 20 Euro...leider)
    * je nach Vorlieben ein Keyboard oder ein Launchpad mit USB Kabel und zum iPad hin
    großem USB Stecker (USB A), die den sogenannten nativen bzw. generischen MIDI-Modus
    unterstützen, d.h., es darf keine spezieller Treiber notwendig sein und die dürfen
    nicht zuviel Strom aus der USB Buchse ziehen - dazu später mehr !


    Bluetooth (Kurzform BT)
    ist der Name einer Funktechnik, die sich nur für Verbindungen über kleinere Entfernungen bis
    typischerweise ca. 10m. Darüber lassen sich Verbindungen herstellen, die vergleichbar zu einer
    Kabelverbindung wirken, aber auch einige Einschränkungen mit sich bringen.
    BT Verbindnungen sind Punkt-zu-Punkt Verbindungen, d.h. es lassen sich nicht gleichzeitig 2 BT Geräte
    and ein anderes BT Gerät anmelden/kontaktieren. Ich gehe auf musik-spezifische Spezialitäten später ein.


    Wireless LAN (Kurzform WLAN)
    Obwohl Euch allen der Umgang mit dem WLAN sicher geläufig ist, gibt es für eine musikalische Nutzung via iPad
    doch noch einige Besonderheiten. Auch wireless LAN ist eigentlich gedacht für Punkt-zu-Punkt Verbindungen,
    aber durch den Einsatz von intelligenten Datenverteilern, so genannten Routern, kann z.B. ein und dieselbe
    Internetverbindung quasi gleichzeitig genutzt werden. In der Realität ist das nicht wirklich gleichzeitig,
    geht aber bei der Verteilung der Daten so schnell, dass es der User nicht merkt (meistens )
    Auch über WLAN kann ein iPad an ein Keyboard o.ä. "angeschlossen" werden; auch dazu später mehr.


    CoreMidi
    die Apple-Umsetzung der Midi-Funktionen in einem Computersystem - taucht manchmal in Beschreibungen zu Apps auf
    und soll sicherstellen, dass alle von der App genutzten Midi-Funktionen sauber mit iPad bzw. iOS zusammen
    funktionieren - das wird insbesondere wichtig, wenn mehrere verschiedene Apps "zusammengeschaltet" werden sollen
    und z.B. aus einer dieser Apps heraus gesteuert werden (Bsp.: Arpeggiator App steuert 2 Synthie-Apps)


    Virtual Midi
    ist eine Bezeichnung für eine Midi-Schnittstelle bzw. Midi-Verbindung, die nicht direkt (über Kabel) läuft.
    Der Begriff wird zumeist bei der Nutzung von BT oder WLAN Verbindungen genutzt und/oder wenn da noch
    ein Stück Software dazwischen ist, dass die Midi-Daten beeinflussen kann.


    Netzwerk/Network Session x ("x" steht für eine Zahl, z.B. 1)
    Diese Bezeichnung findet sich oft in der Liste der verfügbaren Midi-Geräte bei einer iOS App - damit wird
    der App zumindest der Midi-Anschluß an ein (internes) Netzwerk im iPad angeboten. Darüber können dann z.B.
    zwei Apps via internem Netzwerk im iPad eine Verbindung aufbauen.


    Inter App Audio (Kurzform IAA)
    Die Fähigkeit einer App die Funktion IAA zu unterstützen ermöglicht es, die Audioausgabe z.B. einer Synthie-Apps
    direkt in eine DAW-App zum Zwecke des Recordings zu leiten - das geht dann alles innerhalb des iPads.
    Das hört sich zwar eigentlich an wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht in einem Computersystem,
    das ja immer mit begrenzten Ressourcen bestückt ist. "Welche App darf gerade über Lautsprecher ausgeben ?"
    Triviale Frage, aber HW-technisch manchmal sehr knifflig, insbesondere wenn der User eben mehrere Soundgeneratoren
    gleichzeitig hören (und ggf. spielen) will.



    So - genug der Begrifflichkeiten bis hierhin - es gibt wie immer noch mehr, aber auf die gehe ich bei Bedarf ein.
    Im nächsten Beitrag möchte ich auf eine Art von Kategorisierung der Apps eingehen, bevor ich dann endlich
    mit Apps beginne.

    Bis dahin - lasst es Euch gut gehen !

    Über Feedback jeder Art freue ich mich immer !

    Cheers Traugott aka handsome

  4. #4
    Gott Avatar von HaDi
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    Standard

    Hallo Traugott,

    sehr gute Idee die Ipad/IPhone-Welt hinsichtlich musikalischer Möglichkeiten abzuchecken. Ich hab' noch ein Ipad 2 mit Alesis IODock und selbst da geht noch einiges. Trotzdem muss ich sagen, dass das Bedienen von Reglern auf einem touchscreen nicht so unbedingt meins ist. Aber es gibt schon tolle Apps. Allerdings das neue noise von Roli verkraftet mein altes Ipad 2 aufgrund des Betriebssystems nicht mehr. Aber dafür hat man ja auch ein seaboard und ein Macbook Pro.

    Bin mal gespannt, was Du an Apps so präsentierst :).

  5. #5
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    Standard

    Hallo Traugott,

    find ich auch eine grandiose Idee das mal jemand der Ahnung hat,hier
    mal sein Wissen mit uns teilt.
    Sehr schöner verständlicher und gut strukturierter Artikel.
    Bitte so weiter machen,hab noch ne Menge Fragezeichen bez meines
    Pro Pad & musizieren in Verbindung mit ne'm T5.

    Gerd

  6. #6
    Süchtiger Avatar von computabau
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    Hallo Traugott, als bekennender Obstfan harre ich der Dinge die da kommen. Meine Aktuelle Hardware: iPhon 6s (mit dem ich jetzt gerade schreibe), iPad Air und noch einige andere angebissene Ostteile.
    Zum Zubehör hab ich mir für 40 Teuro den USB Adapter mit gleichzeitiger Lademöglichkeit geleistet, was ich sehr sinnvoll finde, damit mir nicht so schnell der Saft aus geht.
    Das Songbook plus für 50,00 habe ich mir auch bereits zugelegt und nun bin ich gespannt, was du noch so an Apps vorschlägst und ob ich damit auch klar komme. Die Grundtehmen habe wir ja schon in Erfurt angesprochen und Balou sowie Snoopy haben mir da schon ein wenig auf die Sprünge geholfen.

    Und nun bin ich gespannt
    Uta
    :p you can get it if you really want - auch Keybord lernen - but you must try, try and try, try and try

  7. #7
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    Standard Mucke mit dem iPad - die Dritte

    Dies ist jetzt der Vorklapp für die einzelnen Apps Beschreibungen, aber hier geht es erst um
    allgemeine Hinweise zur App Nutzung und um eine von mir vorgenommene Kategorisierung.

    Wie schon gesagt sind Mobilgeräte mit iOS etwas eigen, wenn es um Kontakt zur Außenwelt geht.
    Ohne besondere Maßnahmen kommuniziert ein iPad mit einen WindowsPC nur via iTunes - ich geh
    mal davon aus, dass dieses Programm den meisten iPad/iPhone Usern gut bekannt ist.
    Insofern ergänze ich hier nur, dass via iTunes viele Apps erweitert werden können um z.B. neue Sounds für Tongeneratoren oder
    um MIDI Files aufs iPad zu bringen, die dort in einer geeigneten App (z.B. Cubasis) genutzt/bearbeitet werden sollen oder
    um Samples in eine App einzubringen, die man/frau dort z.B. mit Effects nachbearbeiten will.

    Das geht i.d.Rgl. mit dafür geeigneten Apps ganz gut - aber was Vergleichbares für die PC Nutzung aus dem iPad rauszubekommen
    ist schon deutlich schwieriger. Dafür bietet Apple z.B. die Möglichkeit, entsprechende Daten/Files in die Apple Cloud
    hochzukopieren und dann von dort auf den PC zu holen - geht, ist aber nicht so flexibel, weil es nur wenige passende File-Formate
    gibt. Oder man/frau nutzt die Drop Box - kommt nicht originär von Apple, ist aber auch eine Cloud-Anwendung zur Datenspeicherung bzw.
    dem Datenaustausch. Bei der Drop Box geht im Hinblick auf den PC Zugriff etwas mehr, aber letztlich sind wiederum die Fileformate
    sehr abhängig davon, was das iPad bzw. die jeweilige App überhaupt zulässt.

    Ich persönlich ziehe es vor, vom iPad direkt aufzunehmen bzw. es in ein Setup im PC einzubinden und dann live mitzuspielen
    bzw. direkt in ein Recording einzubauen. Das geht prinzipiell natürlich über die Kopfhörerbuchse und z.B. eine gute
    Soundcard als A/D Wandler - aber besser wäre es doch, die Audio- (und MIDI-)Daten würden über den Lightning-Anschluß
    rein- und rausfließen - und zwar pur digital, oder? Dann kann das auch so ziemlich jeder PC mit einem USB 2.0 Anschluß (und höher)
    sehr gut nutzen.

    Hier habe ich LANGE experimentiert und bin letztlich bei einer teuren, aber SEHR guten Lösung gelandet:
    iConnect MIDI 4 von iConnectivity -
    dieses Teil bietet alles in einer Box, was gebraucht wird, um ein iPad sowohl an einen PC, an ein Netzwerk, aber auch
    direkt via MIDI an ein entsprechendes externes Gerät anzubinden. Dazu gibt es Konfigurationssoftware für den PC und fürs iPad.
    Die Konfiguration ist anfangs etwas unübersichtlich, aber wenn man/frau es durchschaut hatt, ist dat Dingen eine wahre Wunderkiste.
    Es gibt auch ein (teuereres) Gerät namens iConnect Audio, das noch besser für Recording-Aufgaben geeignet sein soll.
    Aber schon das iConnect MIDI erlaubt es, Audio digital in den PC einzubringen - für mich ist das mehr als genug.

    Grundsätzlich kann man/frau auch über den schon vorher beschriebenen USB Adapter zumindest ein Keyboard anschließen
    oder ein anderes USB/MIDI fähiges Teil (z.B. einen MIDI-Adapter Lightning auf MIDI DIN), das von iOS erkannt wird.
    Aber das war es dann schon - so ziemlich jeder USB Hub (mit oder ohne eigene Stromversorgung) kann Probleme machen,
    weil es Freiräume für die Firmware der Hubs gibt, die Apple nicht so gut finden mag.

    Es gibt auch noch ein paar andere Erweiterungsmöglichkeiten (z.B. auch von IK Multimedia), die sich tlw. auch für einen
    iPad-Betrieb ohne PC eignen: sogenannte Docks -
    das sind quasi iPad-Halter mit Direktanschluß des iPad beim Einschieben in die Halteschale.
    Damit wird dann gleich eine Menge in das Dock integrierte Hardware direkt an das iPad angeschlossen (A/D Wandler, Midi, USB Hub...)
    und damit nutzbar gemacht. Wenn Ihr sowas kauft, bitte IMMER darauf achten, welcher Anschluß an das jeweilige iPad genutzt werden kann.
    Die älterern iPads haben einen ziemlich großen 30poligen Anschluß - dazu gab und gibt es natürlich ganz
    eigene Adapter - und viele auch NICHT von Apple, da hier noch vieles mit nicht Apple-zertifizierten Sachen geht.
    Sehr bekannt ist das sogenannte Camera Connection Kit, das es inzwischen in sehr vielen Varianten zu kaufen gibt.
    Ich habe damit keine Erfahrung und kann dazu auch nix sagen - ABER: es gibt natürlich auch (Apple-zertifizierte)
    Adapter, die die alte iPad Schnittstelle auf den Lightning Stecker umsetzen. Damit wäre scheinbar alles möglich -
    das ist aber leider ein Irrtum: auch über einen solchen Adapter laufen viele der auf den alten Stecker genormten
    externen Geräte nicht an einem Ipad 4 und höher - das liegt schlicht und einfach am iOS Betriebssystem.

    Wenn Ihr also "alte" Docks mit einem neuen iPad betreiben wollt, ist das leider ein trial and error Thema - ich hab in meiner
    Bastelecke noch eines von Behringer rumstehen - wenn ich es wirklich an einem meiner iPads nutzen will, müsste ich es umbauen.

    Noch was: mit iOS 9, jetzt iOS 10, aber insbesondere iOS 11 (in Kürze) wird Apple sich komplett von sogenannten 32 Bit
    Apps abwenden. Es werde nur noch 64 Bit Apps unterstützt. Das ist technisch zwar sehr sinnvoll, wird das den "Tod" von vielen
    älteren, nicht mehr gut vom Entwickler gepflegten Apps bedeuten - will sagen: ohne "altes iPad" mit "altem iOS" sind
    solche Apps plötzlich von Eurem iPad verschwunden, denn Apple hat schon begonnen, diese Apps im AppStore zu löschen.
    Macht Euch als frühzeitig ein Backup und sichert das extra, damit es nicht automatisch überschrieben wird -
    das gilt nicht nur für Musik Apps, sondern für alle Apps !
    iOS 11 bringt auch die bisher schmerzlich vermisste Möglichkeit, wenigstens etwas Multitasking zu machen - sprich:
    gleichzeitig 2 aktive Apps auf dem Bildschirm zu haben und daran rumzuschrauben - bisher kann (mit gaaaanz wenigen Ausnahmen)
    immer nur eine davon "im Vordergrund" sein und angefasst/genutzt werden.
    Wer jetzt laut "Audiobus" schreit, der hat nicht wirklich recht, weil auch da letztlich "nur" flexibel zwischen schon geladenen
    Apps umgeschaltet werden kann - obwohl ich das für eine echt geniale App halte -
    auch dazu (un dem Thema "Background Audio) später mehr.

    Und noch was, bevor es an die Kategorisierung geht:
    iPad und iPhone sind Geräte, die auf reine Touch-Steuerung hin entwickelt wurden/werden => der Anschluß einer Maus ist imho
    eher sinnlos (obwohl manche Apps behaupten, dass das Sinn macht und es ermöglichen wollen). Auch die Steuerung via Tastatur
    (über BT) ist eher was für die reine Texteingabe - ergo nix mit frei definierbaren short cuts...
    Wer jetzt z.B. einen PC bzw. MAC basierenden Workflow gewöhnt ist, wird sich bei vergleichbaren Apps auf dem iPad
    umstellen müssen - mal eben sample-genau schneiden wie gewohnt ist nicht so leicht - zumindest für mich mit meinen dicken
    Fingern Aber es lässt sich bei den Apps Vieles leicht zoomen (die 2-Finger Regel) und dann besser bearbeiten plus:
    es gibt natürlich häufig Unterstützung durch extra eingebaute Funktionen, die eben Touch-orientiert sind.

    Nun zu Kategorien - äh - warum Kategorien ?? Nun, es gibt inzwischen sehr viele und auch gute Apps zum Mucke machen auf dem
    iPad. Ich behaupte jetzt mal, dass es i.Vgl. zum PC bzw. MAC rein von den Funktionen her ALLES auch auf dem iPad gibt.
    Um nun schnell verstehen zu können, was eine der von mir beschrieben- App so kann bzw. darstellen soll, will ich künftig
    zusätzlich zum App Namen in der Topic-Überschrift gleich Kennzeichnungen einbringen, damit Ihr entscheiden könnt,
    ob Euch diese Beschreibung überhaupt interessiert oder nicht - muss ja nicht jede(r) so ein Synthie Freak sein wie ich

    und hier meine Kategorisierung (jeweils als vorhandene Funktionen):

    ACC Accompaignment; zur automatischen chord-basierenden Generierung von Begleitungen (a la Style)

    ARP Arpeggiator

    DAW Digital Audio Workstation

    DJ DJ-orientiert

    DM Drum-Machine

    EXP Experimental (bedeutet: diese Apps sind zwar interessant, aber nicht so ausgereift)

    FX Effects (gilt auch für manche reine Mastering App)

    LP Loop Player

    MO Midi Only

    MP Midi Player (bedeutet: kann Standard-Midi-Files abspielen, mal mit eingebauter Sound-Engine, manchmal nur Midi pur)

    PP Phrase Player (bedeutet: die Apps können vorgegebene Phrasen transponieren und abspielen, aber die Phrasen sind nicht editierbar)

    SEQ Sequenzer (i.d.Rgl frei programmierbar mit unterschiedlich vielen Parametern)

    SP Sample Player (manchmal auch ROMpler genannt - basieren auf fest vorgegebenen Samples/Waveforms, sind aber in einem gewissen Maße editierbar)

    Special sehr spezielle Apps, die besondere, aber ausgereifte Möglichkeiten bieten, die sonst kaum oder garnicht woanders vorhanden sind)

    SYN Synthesizer

    Tool Unterstützendes, Verknüpfendes, Analysierendes, ...

    Tut Tutorial

    VJ Video Jockey

    WAVE Bearbeitung von Wavesamples



    So - und das war es für heute. Ab nun beginne ich wirklich mit den App-Beschreibungen - allerdings in einem jeweils eigenen Topic, damit
    die jeweils spezielle App auch "forumnah" mit Fragen versehen werden kann und Ihr Euch nicht durch alle vorangegangenen Beiträge
    durchwühlen müsst. Auf detaillierte Preisangaben werde ich verzichten, da die sehr schnell veralten und durch diverse Aktionen oft (zeitweise)
    nicht stimmen. Allerdings werde ich darauf hinweisen, ob es InApp Käufe zu erwarten gibt und zumindest einen Hinweis geben, ob sich imho
    die Ausgabe lohnt.

    Da ich NUR über Apps berichten will, die ich selbst besitze und benutze, werde ich zwangsläufig Lücken lassen - z.B. bei iPad Apps für
    Live-Entertainer - dazu hab ich kaum Ahnung - und einfach was aus dem Web oder dem AppStore abzukopieren find ich doof.

    Wer von Euch dazu Erfahrung hat, ist herzlich eingeladen, dazu einfach einen eigenen Topic zu machen - ich freue mich aufs Lesen
    und Staunen, was ich alles noch nicht kenne :)


    Lasst es Euch gut gehen und liebe Grüße aus Hemer

    Traugott aka Handsome
    Geändert von Handsome (14.07.2017 um 13:17 Uhr)

  8. #8
    Administrator Avatar von Musiker Lanze
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    super Idee ...bin gespannt auf Deine App Berichte...

  9. #9
    Administrator Avatar von Handsome
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    Vielen Dank für das Lob, Lanze. Ich hab jede Menge Spaß beim Beschreiben. Wenn ich das so reflektiere, mache ich inzwischen am meisten Musik mit dem iPad, weil ich das auch spät Abends bzw. Nachts im Bett mit Kopfhörer kann. Dann stört es meine Frau nicht - im Gegensatz zu Keyboard spielen...selbst wenn es das Seaboard ist.
    Anfangen werde ich natürlich mit GarageBand - das kann und sollte jede(r) runterladen und probieren, zumindest wenn es kostenlos zu haben ist. Und dann...nun...je nach Freizeit.
    Schönen Abend und
    LG Traugott


    Gesendet von iPad mit Tapatalk Pro

  10. #10
    Administrator Avatar von Handsome
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    Unglücklich Es dauert leider noch a bisserl...

    Moin zusammen und Grüße aus Hemer
    Die Lieferung meines neuen iPad Pro verzögert sich leider, SNIFF...
    Ich will aber die Apps erst auch darauf testen wie angekündigt.
    Dann mach ich mit den Beschreibungen weiter wie versprochen...
    Bis dahin - lässt es Euch gut gehen
    Cheers Traugott

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